Zu den Angebotsverschlechterungen bei Regiobus!

Leider wurden in der Regionsversammlung vom 07.03, gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen, Kürzungen bei Umlandbussen beschlossen.

SPD und CDU waren für kritischen Einwände nicht offen und nutzten ihre Mehrheit schamlos aus, um den ÖPNV für die Bürger noch unattraktiver zu gestalten, als er sowieso schon ist.

Rede in der Regionsversammlung vom 7.03.18/Ausschnitt, von Marina Sosseh

Die Schadstoffwerte in den bundesdeutschen Großstädten sind beängstigend hoch, so hoch, dass aktuell über Diesel-Fahrverbote in den Innenstädten nachgedacht werden muss.

Gerade vor diesem brisanten Hintergrund müssen massiv Anreize geschaffen werden, um den öffentlichen Nahverkehr für die Bevölkerung attraktiver zu gestalten und so die Menschen zu animieren, des öfteren mal das eigene Auto stehen zu lassen. Dringend!

Dies sind wir auch der nachwachsenden Generation schuldig, die ein Recht darauf hat, in einer gesunden Umwelt aufzuwachsen.

Angebotsverschlechterungen, wie sie in der 3. Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2015 – Überplanung des Regionalbusliniennetz beabsichtigt werden, hält die Fraktion der Wählergemeinschaft Die Hannoveraner für absolut kontraproduktiv.

Hier wird nur kurzfristig, wie so oft, dem Gott der ökonomischen Effizienz gehuldigt, nicht aber langfristig auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region hingewirkt. Eine flächendeckende zuverlässige Anbindung aller Ortschaften der Region an den ÖPNV – in einer vertretbaren Taktung, die auch an Wochenenden und am Abend gewährleistet sein sollte – muss das erklärte Ziel sein. Busse, die aktuell nicht ausreichend frequentiert sind, müssen beworben werden.

Es ist doch paradox, dass das ÖPNV-System in der Vergangenheit schon ausgedünnt worden ist und so die Menschen indirekt dazu motiviert worden sind, auf dem Individualverkehr umzusteigen und der daraus folgende beklagenswerte Ist-Zustand einzelner Linien jetzt dazu genutzt wird, weitere Streichungen und Verdichtungen festzuschreiben.

Man muss keine Hellseherin sein, um zu wissen, dass die bis jetzt standhaft verbliebenen letzten Fahrgäste spätestens dann, wenn sich ihr Weg zur Arbeit , aufgrund des Beschlusses der heutigen Regionsversammlung, unverhältnismäßig verlängert, ebenfalls auf das Auto zurückgreifen werden.

Was wird dann die nächste Maßnahme sein, der wir hier zustimmen sollen? Weitere Ausdünnungen, bis hin zur Einstellung von Linien? Soll so die Region schuldenfrei gemacht werden? …. auf Kosten der Bürger, die sich kein Auto leisten wollen oder können?

Sind wir hier etwa unter die Schildbürger gefallen? Wäre es nicht jetzt spätestens einmal an der Zeit innezuhalten, gerade bei der SPD und der CDU, und sich der Absurdität des eigenen Vorgehens bewusst zu werden?

Es darf doch nicht allein darum gehen, dass derJahresbericht der Regiobus wohlgefällig aussieht.

Hier in der Region wird so gerne mit Zahlen jongliert, dass dabei vollkommen vergessen wird, dass es hier vorrangig um Daseinsvorsorge für die Bürger und Bürgerinnen gehen sollte. Ihnen sind wir als Politiker vorrangig verpflichtet.

Der ÖPNV benötigt Zuschüsse aus der Region und diese werden steigen müssen, wenn wir den Nahverkehr attraktiv gestalten wollen. Der Umstieg hin zu einer ökologischen Verkehrspolitik ist mit Kosten verbunden. Wir müssen dies aushalten. Im konkreten Fall müssen wir, quasi als Leuchtturmprojekt, finanzieren, dass die ein oder andere Buslinie mit nur einer Seniorin als Fahrgast, die zum Supermarkt will, fährt. Das lässt sich zwar als „mangelnde Auslastung“ evaluieren, aber nur so können auch andere Bürger zum Umstieg vom Auto auf den ÖPNV motiviert werden. Eine vernünftige Auslastung des Nahverkehrs, auch in der Region, wird die Folge sein, was wiederum die Umwelt entlastet, was ja auch die anderen Fraktionen, inklusive der SPD und der CDU, beabsichtigen.

Anstatt hier also Angebotsausdünnungen und -streichungen zu beschließen, sollen wir schnellstmöglich über Angebotsverbesserungen nachdenken.

Wir werden deshalb der 3. Fortschreibung des Nahverkehrsplans in der vorgelegten Form nicht zustimmen.

(Rede in der Regionsversammlung vom 7.03.18/Ausschnitt von M. Sosseh)

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