Soll die Markthalle abgerissen werden?

Die Wählergemeinschaft “Die Hannoveraner” hat sich diese Woche getroffen, um sich mit Fragen des Denkmalschutzes und der historischen Bausubstanz in Hannover auseinanderzusetzen. Dabei diskutierten die Anwesenden u.a. auch über die Markthalle in Hannover. Es gibt nämlich Pläne die  jetzige abzureißen und eine neue zu bauen. Diese soll der im Krieg zerstörten Vorgänger-Markthalle von 1875 architektonisch angelehnt sein. Für einen solchen Neubau soll es sogar schon Geldgeber geben. Die genauen Pläne sind uns  jedoch  (noch) nicht bekannt und würden uns selbstverständlich interessieren!

Jetzt schon sind  wir aus uns darüber einig, dass eine rekonstruierte Markthalle ein Gewinn für die Stadtlandschaft wäre. Wenn ein zentrales Bauwerk des historischen Hannovers wiederauferstehen würde, hätte dies zur Folge, dass die Identifikation der einheimischen Bevölkerung mit “ihrer” Stadt gestärkt werden würde. Darüber hinaus würde dadurch die Stadt auch für auswärtige Besucher attraktiver werden, was sicherlich auch positive Synenergie-Effekte auf die lokale Wirtschaft erzeugen würde.

Zu bedenken ist jedoch, dass auch die jetzige Markthalle aus dem Jahre 1954 unter Denkmalschutz steht. Dieser Denkmalschutz betrifft aber nur die sichtbaren Grundmauern und Kellergewölben der historischen Markthalle. Insofern handelt es sich um – „ein nach dem Krieg weitergebautes Haus, das als Gesamtwerk unter Denkmalschutz steht.“ (1)

Der bestehende Denkmalschutz der bestehenden Markthalle würde dazu führen, dass die Denkmalbehörde einen eventuellen Abriss  zustimmen müsste, was sicherlich grundsätzlich möglich wäre.

Die neue Markthalle kann keine genaue Rekonstruktion der alten sein, da ein nicht unbeträchtlicher Teil der historischen Fläche mittlerweile zum Straßenverlauf der Karmarschstraße gehört. Sie kann also architektonisch nur an dem Vorgängerbau angelehnt sein.

Beim Neubau einer solchen Rekonstruktion wäre es uns wichtig, dass nicht nur die Außenfassade, sondern auch die Inneneinrichtung Elemente des Jugendstils aufnimmt. Zu verhindern wäre jedoch  ein Gentrifizierungs-Effekt, der nach dem Neubau die Ladenfläche für die jetzigen Bestandsmieter unbezahlbar machen würde.  Auch würden wir uns eine gesunde Durchmischung der Angebotspalette der Markthallenhändler wünschen.

Positiv ist es sicherlich zu werten, dass die neue Markthalle auch eine Tiefgarage und auch Wohnungen integrieren soll, schließlich sind Parkplätze genauso knapp wie auch Wohnraum in Hannover. Ob dieser jedoch  im bezahlbaren Rahmen angeboten werden oder – wie so oft in Hannover – nur ein Luxussegment bedienen wird, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Wir können uns aber durchaus vorstellen, dass das Konzept tragfähig ist. Wir bleiben an dem Thema dran und werden demnächst im Rat der Stadt eine Anfrage zu diesem Thema stellen.

Wenn Sie Interesse daran haben, zu solchen und ähnlichen Themen mit uns zu diskutieren, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir treffen uns regelmäßig einmal im Monat und freuen uns über Gäste. 

(Marina Sosseh)

(1)  (http://www.haz.de/layout/set/gallery/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Markthalle-prueft-Denkmalsklage, abgerufen am 27.09.2017)

 

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