Wie lebt es sich als Obdachlose?

Am heutigen Freitagabend veranstaltete die Hannoveraner Wählergemeinschaft ein formloses Treffen, in der sich Mitglieder und interessierte Gäste über die Lage der ca. 4o00 Obdachlosen (siehe hier) in Hannover aus erster Hand informieren ließen. Eine Bewohnerin eines Wohnheimes für obdachlose Frauen berichtete dabei aus erster Hand und erzielte dabei große Betroffenheit bei den zahlreichen Zuhörern. Diese waren, wohl ohne Ausnahme,  schockiert von den Zuständen, die Frau H. dort erdulden muss und die sie uns eindringlich schilderte. So bietet das Vierbettzimmer, das sie bewohnt, keinerlei Privatsphäre.  Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen, von denen viele ihre Wohnung aus Krankheitsgründen verloren haben, bietet viel Konfliktstoff, der aber sozialpädagogisch nicht angemessen aufgefangen wird. Gewalt scheint an der Tagesordnung zu sein.   Überhaupt scheint das Wohnheim, laut ihrer Schilderung,  eine Auffangeinrichtung von Menschen mit unterschiedlichsten Problemen zu sein. Diese gehen von psychischen Problemen, über  Sucht- und Gewalterfahrungen bis hin zu schweren physischen Erkrankungen. Viele Bewohnerinnen weisen auch  ein mangelndes Selbstvertrauen, dass sie  die Belange des eigenen Lebens nicht mehr eigenständig bewältigen lässt, auf.   Diese haben zwar Betreuer, die sich jedoch, laut ihrer Aussage, nicht immer  ausreichend kümmern würden.

Die Diskrepanz zwischen dem, was Frau H.  von überforderten Mitarbeitern und alltäglicher Gewalt erzählt und was der Trägers der Unterkunft, European Homecare,  selbst auf seiner Homepage als Ziel formuliert, ist frappierend. Hier lohnt sich sicherlich eine genaue Nachfrage, ob die Probleme auch vom Träger der Einrichtung gesehen werden oder ob diese bestritten werden?  Falls die aufgezeigten Probleme der Realität entsprechen, interessiert uns,  worin die Ursachen für die von Frau H. aufgezeigten Missstände  liegen? Wir möchten auch wissen, wie hier Abhilfe geschaffen werden kann? Es sollte schließlich im Interesse einer lebens- und liebenswerten Stadtgesellschaft sein, dass hier  Anspruch und Wirklichkeit  zum Wohle von Bewohnerinnen und Mitarbeitern zusammenkommen und nicht, dass diejenigen, die sich ohnehin schon “abgehängt” fühlen, keine angemessenen Hilfen erhalten und unter Lebensumständen leiden müssen, die sie zusätzlich schädigen.

Auch schon in der Vergangenheit haben wir uns für die Belange von Obdachlosen eingesetzt.

So wurde von uns im Rat der Stadt Hannover ein Antrag gestellt, Obdachlose in ehemaligen Flüchtlingsunterkünften unterzubringen.

Schon vor zwei Wochen hatten sich Vertreter der Hannover in gelebter Obdachlosenhilfe engagiert, siehe hier.   Bei den zahlreichen Spendern und Helfern bedanken wir uns hiermit herzlich.

Am 11.03 soll es erneut eine gemeinsame Aktion der Hannoveraner und der fb-Gruppe “Patrioten für Hannover und Region” geben.   Vielleicht wollt ihr dabei sein?

(gepostet von Marina Sosseh)

 

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